Gisbert Kranz an seine Familie, 30. November 1942
Danzig, den 30.XI.42.
Meine Lieben!
Vor Ungeduld und Spannung vergehe ich fast. Ich habe noch keinen Bescheid vom Regiment, erwarte ihn täglich. Heute jährt sich der Tag, wo wir bei Prokopskoje in Stellung gingen. Diese unvergesslichen Nächte! Wenn ich jetzt in der Schneeluft draußen eine Zigarette rauche, habe ich denselben Geschmack im Mund, wie damals. Hier liegt der Schnee sehr hoch. – Gestern bin ich durch starkes Schneetreiben zur Lutherkirche in Langfuhr gegangen, um zwei Kantaten („Wer nur den lieben Gott läßt walten...“ u. „Wachet auf! Ruft uns die Stunde...“) und die Fantasie u. Fuge g-moll von Bach zu hören. Jupp Breuer war auch da. –
Herzlichen Dank für die Wurst. Ich habe mich sehr gefreut darüber.
Herzl. Grüße Euer Gisbert.