Gisbert Kranz an seine Mutter Berta, 28. Oktober 1943

Danzig, 28.X.43.

Meine liebe Mutter!

Erst jetzt ist es mir möglich, auf Deine drei letzten Briefe zu antworten. Vorerst herzl. Dank dafür, vor allem für die Fotos. Vater sieht sehr gut aus, Du freilich etwas abgespannt von der Arbeit.

Ich freue mich Mutter, daß Du mein Verhalten billigst. In Deinen verständnisvollen Worten finde ich Rückhalt und weiteren Mut. Du bist meine gute Mutter, und ich danke dem Herrn, daß Du so lieb bist.

Daß ich nun doch zur „Feldherrnhalle“ komme, teilte ich Dir schon mit. Aber der Zeitpunkt hat sich wieder verschoben, da unsere Stube in einer Quarantäne abgeschlossen

ist. Wir haben jetzt aber auch Pech am laufenden Band. Doch wer weiß, wozu das gut ist. Ich denke viel an den tapferen Karlheinz. Wie wird er aussehen, wenn er mal in Urlaub kommt? Ich kann ihn mir in Rußland garnicht vorstellen. Er muß sich sehr verändert haben.

Es grüßt Dich in Liebe

Dein Gisbert

Dort drüben treibt die willenlose Herde,   Die laut sich brüstet mit dem leichten Siege.   Sie bietet Heil dem Gotte ihrer Erde,   Doch morgen schreit sie ihm ihr [.?.].   Weit ab von ihnen, furchtlos und gelassen,   Bereit, Verachtung [.?.] zu verachten,   Scharn Edle sich und schwören, Lug zu hassen   Und den Verrat in aussichtslosen Schlachten.