Gisbert Kranz an seine Eltern, 30. Januar 1944

30.I.44.

Liebe Eltern!

Heute wurde mir der Entscheid auf meine Beschwerde mitgeteilt: Ein Teil des Straftenors ist gestrichen worden, doch die Strafe selbst wurde nicht zurückgezogen, auch das Strafmaß nicht geändert. Ich bin nun entschlossen, ein Gesuch um Versetzung einzureichen, will damit aber aus verschiedenen Gründen noch ein paar Tage warten. –

Heute nachmittag war ich in B., wo ich einen schönen Film sah. Zurückgekehrt, fand ich das Paket mit dem Namenstagskuchen vor. Er schmeckt ausgezeichnet und ich danke Mutter sehr dafür. – Ich schickte Euch heute 1 Kilo Erbsen und 1 Kilo Bohnen in der Hoffnung, Euch damit eine Freude zu machen. Ferner schickte ich in den letzten Tagen drei Pakete mit Büchern und Manuskripten; ein weiteres wird demnächst folgen.

Herzlich grüßt Euch Euer Gisbert