Gisbert Kranz an seine Eltern, 17. Februar 1944
17.II.44.
Meine lieben Eltern!
Seit Tagen arbeiten wir bei Näße und scharfer Kälte an einem größeren Hindernis, das noch zusätzlich vor unsere Befestigung gezogen wird. So bin ich abends nach der Heimkehr rechtschaffen müde. Wohl mache auch mir zuweilen Notizen zu meinem geplanten Roman, doch gelingt es mir kaum, die Gedanken zu konzentrieren. An Einfällen fehlt es mir nicht, die Konzeption des Ganzen schwebt mir deutlich vor, doch fällt es mir nach den Anstrengungen des Dienstes schwer, den befriedigenden Ausdruck zu finden. – Heute nachmittag hatte der Stützpunkt ein Übungsschießen, bei dem ich von fünfzig Mann die meisten Ringe schoß. Es hätte mich auch geärgert, wenn mein Ergebnis schlechter gewesen wäre als das meiner Leute.
Ich füge einen Brief von Ferdis Braut bei, der mich heute erreichte, und einen von seiner Mutter. Auf der Rückseite dieses ein Schreiben, das ich an Ferdi richtete.
Karlheinz rechnet noch nicht mit seiner Entlassung. Es wird wohl später, als er gedacht, und ich bedaure es nicht. Ich selbst werde ohnehin vor Mitte März nicht in Urlaub fahren können.
Herzliche Grüße
Euer Gisbert