Gisbert Kranz an seine Eltern, 3. April 1945

erh. 30. Jan. 46

3.IV.45. Osterdienstag. Meine Lieben! Auferstehung – welch ein tröstlicher Gedanke für den Gläubigen, der sich von Tod und Not umgeben sieht! Freilich ist es schwer, in jedem Augenblick aus der Haltung des Glaubens heraus zu leben. Dann vermag uns auch ein Blick in die Natur zu trösten, die auch inmitten einer vom Krieg verwüsteten Landschaft ihre Werdekraft bewahrt. In einer Ecke unseres Lagers, auf der anderen Seite des Drahtzaunes, steht ein Kastanienbaum. Ich gehe täglich daran vorbei, um zu sehen, wie die jungen, gründen Blättchen größer werden. Ich grüße Euch innig und alle meine Freunde. Euer Gisbert