Gisbert Kranz an seine Eltern, 21. September 1946

21.IX.46. Liebe Eltern! Für Mutters Brief vom 8.IX. u. Karte aus Neviges danke ich herzlich. Die Nachrichten über Tante Maria, Tante Aloisia, Onkel Hugo u. die Seinen habe ich mit Anteilnahme gelesen. Ihre Grüße (wie die von Frau Leggewie) erwidere ich herzlich. Wenn es sich gibt, grüßt bitte auch Obermann, Huckschlag u. Kirchhoff freundschaftlich von mir. Huckschlag möchte ich gern zur Primiz schreiben, weiß aber seine Anschrift nicht. Bitte, schreibt ihm dies: Wenn Du, lieber Willibald, zum ersten Male das Mysterium unseres Glaubens vollziehst, dann gedenke auch Deines Gisbert, dessen Gebete u. Wünsche den Antritt Deines Amtes begleiten. – Auch für die Totenzettel Lohnes u. Vogts danke ich. Die von Günter erhielt ich seinerzeit. Wenn Ihr auf den Totenzettel für Karlheinz sein Bild setzen wollt, so erfüllt Ihr auch meinen Wunsch u. wohl den Wunsch aller seiner Freunde. Als Text nehmt den gleichen, wie für den Brief. Vielleicht findet Ihr in Karls Briefen u. Tagebüchern noch eine markante Stelle, die seine Gesinnung und seinen Charakter besser kennzeichnet als ich es in einem Nachruf zu tun vermag. Die möget Ihr noch hinzufügen. – Nächsten Sonntag werde ich die Predigt zur St. Michael Feier halten. Vor meinem wachsenden Kreise spreche ich in zehn Vorträgen über Die geistige Situation der Zeit. Ihr seht, daß ich trotz allem noch die Kraft habe, solches zu tun. Dank der Gnade Gottes, die auch mit Euch sei. G.