Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 8. Juli 1943

Rußland, den 8:VII.43.

Meine Lieben!

Gestern um 0 Uhr kam der Marschbefehl. Unsere treuen Drahtesel haben uns schon hin und her gebracht, doch waren wir bisher noch nicht eingesetzt worden. Wohl haben wir schon oft Deckung nehmen müssen vor Bomben und Granaten, aber ich bin immer noch wohlauf. Wie wir weiterhin eingesetzt werden, weiß ich nicht. Da wir Korpsreserve sind, werden wir wohl nicht in die dickste Patsche kommen. Über Verpflegung kann ich nicht klagen. Ich bin immer noch gut satt geworden. Post bekam ich in den letzten Tagen keine, doch ist das bei den jetzigen Verhältnissen nicht zu verwundern. – Macht Euch keine Sorgen um mich, sondern denkt an die Worte, die auf meinem Koppelschloß stehen: Gott mit uns! Er wird alles zum Besten lenken, und ich bin bereit, geduldig zu tragen, was Gott mir an Prüfungen schickt.

Da wir Süßstoff ziemlich oft gebrauchen, bitte ich, mir von Zeit zu Zeit etwas zu schicken.

Wenn dieser Brief ankommt, wird Fritz wohl nicht mehr zu Hause sein. Schickt mir bitte seine Anschrift.

Nun wünsche ich Euch alles Gute.

Herzliche Grüße,

Euer Karl Heinz