Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 15. Oktober 1943

Rußland, den 15.X.43.

Liebe Eltern!

Immer noch befinde ich mich beim Troß und lebe gut, wie Ihr an den Fettabdrücken auf der anderen Seite seht. Ich habe nämlich gerade einen Berg Reibekuchen verzehrt, die ich mir gebacken habe. – Meine Wunde ist noch nicht heil, weil der Splitter noch nicht herausgeeitert ist. Er sitzt so tief, daß er ohne Schneiden nicht zu entfernen ist, und das tun die Ärzte selten. – Heute jährt sich der Tag, an dem ich mit einem Koffer am Bahnhof stand und erwartungsvoll dem Kasernentor entgegensah. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Wieviel Jahre

werde ich noch den Einheitsanzug tragen müssen? Hoffen wir das Beste.

Herzliche Grüße sendet Euch
Euer Karl Heinz

Schickt mir bitte 200 Tabletten Süßstoff und 10 Feldpostbriefe. Aber nicht mehr; denn ich kann nur kleine Mengen gebrauchen!

Feldpost
Herrn Gisbert Kranz
Essen-Steele
Postfach 21