Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 9. November 1943

Lemberg, d. 9.XI.43.

Liebe Eltern!

Hier in Lemberg ist Hochbetrieb; deshalb geht alles etwas langsam. Bis heute mußten wir warten, bis wir mit der Entlausung dran kamen. Nun liege ich frisch gebadet in einem großen Raum mit vielen Betten und warte der kommenden Dinge. Das Knie ist neu verbunden worden. Der Eiter scheint alle heraus zu sein, doch sind die beiden Schnittwunden natürlich noch ganz offen. Die Wunde

sieht sonst gut aus. Schmerzen habe ich nicht, nur ist die Schiene, die ich vom Fuß bis zum Oberschenkel habe, lästig. Ich muß dauernd auf dem Rücken liegen. Na ja, wenn das das Schlimmste ist, kann ich ja zufrieden sein. Nun muß ich wieder ein paar Tage warten, bis wir in einen Lazarettzug verladen werden und in die Heimat fahren. – Anbei der Wehrmachtsbericht, in dem unsere Division genannt wird. Hoffentlich ist bei dem Angriff am 5.XI. auf Essen zu Hause alles heil geblieben.

Nun will ich die mühsame Schreiberei beenden. In der Hoffnung, daß es Euch noch gut geht, grüße ich Euch recht herzlich,

Euer Karl Heinz