Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 7. Dezember 1943

Vaihingen, den 7.XII.43.

Liebe Eltern!

Gestern wurden Anton und ich aus unserem Zimmer in das gegenüberliegende (31) verfrachtet, wo wir längs der großen Fenster liegen – ein schöner Platz. Nun ist etwas lebhafter als früher auf 31 a. – Heute morgen kam der Generalarzt. Seit gestern stand das ganze Personal kopf und überschlug sich in den Vorbereitungen. – Als ich heute morgen den Stabsarzt fragte, ob ich noch vor Weihnachten entlassen würde, machte er ein bedenkliches Gesicht. Ich sagte, ob ich denn auf Weihnachten 8 Tage Urlaub haben könne, worauf er meinte, das ginge. So habe ich denn den Urlaub (30 Tage!) später nach meiner Genesung noch und bin doch Weihnachten zu Hause. Fein, was?! Bis ich dann mal wieder zum Einsatz

komme, ist der Winter vorbei. – Heute nachmittag war Frau Beil wieder zu Besuch hier und brachte mir außer einem Buch zwei Stücke Apfelkuchen mit. Ich soll Mutter vielmals grüßen. Bei dem Angriff auf Stuttgart hat sie nichts mitbekommen.

Frohe Grüße,

Euer Karl Heinz