Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 2. Februar 1944
Vaihingen, den 2.II.43.
Liebe Eltern!
Gestern abend erhielt ich das Riesenpaket und heute morgen kam Euer Brief vom 30.I. Da hat Mutter mir mal wieder auf lange Sicht Schnuppereien geschickt. Ich danke recht herzlich für die wohlschmeckenden Sachen sowie Euren lieben Brief.
Bezüglich Urlaub macht Euch keine Sorgen und mir das Herz nicht schwer. Ich soll das Ding schon drehen. – Schade, daß Fritz jetzt in Kupferdreh ist. Da hört das Huthakenholen bei der Fa. Kranz auf! Na, Mutter, tröste Dich; bald werde ich dafür auf der Steeler Bildfläche erscheinen. – Günter schrieb mir noch nicht von seinem neuen Standort aus. Schickt mir doch bitte schnell seine Anschrift. Fein, daß er schon fliegt. – Von Gisbert bekam ich heute morgen einen langen Brief. Ich bin gespannt auf seine Schreibereien, die er Euch schickte. – Vater muß ja 43 mächtig geschafft haben. 60 % mehr!! Alle Achtung. Hoffentlich wird nun in diesem Jahr die Umsatzminderung nicht allzustark.
Ich bin nun den ganzen auf der Schreibstube beschäftigt. Da hab ich nicht mehr soviel Freizeit wie sonst, aber immer noch genug. Meine Wunde sieht ganz gut aus. Bei den neuen Verwundeten ist ein Landser aus unserer Division. Der Haufen liegt immer noch in derselben Kante. – Bei Frau Beil war ich noch nicht. Es ist nicht immer Ausgang, und bei schlechtem Wetter habe ich auch keine Lust, auszugehen.
Nochmals besten Dank für all die guten Sachen und alles Gute.
Frohe Grüße,
Euer Karl Heinz
Schickt mir auch die neue Anschrift von Fritz.