Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 20. Februar 1944

Vaihingen/Enz, den 20.2.44

Liebe Eltern!

Am Freitagmorgen habe ich 300 cbcm Blut gespendet. Das ist nur eine kleine Übertragung. Nicht selten wird das Doppelte abgezapft. Gespürt habe ich nachher nichts. Ich mußte mich auf ärztliche Anordnung danach zwei Stunden zu Bett legen, was ich dann wegen der Angenehmheit auch tat. – Ich habe jetzt auf der Schreibstube viel zu tun, da der andere Schreiber krank ist. – Heute bekommen wir mit einem Laz.zug 7 Patienten. Gestern abend sah ich den Film der deutschen Tibetexpedition „Geheimnis Tibet“. Er war sehr interessant. Gestern nachmittag wurde ich zur Entlassung untersucht. Meine Wunde ist nun fast zu. Ich werde voraussichtlich noch diese Woche entlassen, und zwar als bedingt kv. für 3 Monate nach Paderborn. Ich bin also nach meiner Entlassung noch drei Monate in Paderborn. Natürlich komme ich von P. aus so schnell wie möglich in Urlaub. Die schöne Lazarettzeit geht nun ihrem Ende zu. – Heute morgen war ich wieder in der Kirche. – Liegt bei Euch auch Schnee? Hier ist es ein herrliches Wetter.

Frohe Grüße,

Euer Karl Heinz