Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 29. Februar 1944
Neuhaus, den 29.2.44.
Liebe Eltern!
Der Zug hatte gestern fast keine Verspätung. Ich bekam auch einen Sitzplatz. Unsere Kaserne liegt 20 Minuten Straßenbahnfahrt vom Paderborner Hbf. in Neuhaus. Ich liege auf einer großen Stube mit 12 Betten. Hier geht es nicht besonders scharf her. Dienst gibt es natürlich genug, aber es ist nicht so wild. Heute morgen war ich beim Arzt und habe Genesungsurlaub genehmigt bekommen. Jahresurlaub bekomme ich auch, so daß ich vier Wochen zu Hause sein kann. Es ist möglich, daß ich in den nächsten Tagen schon in Urlaub fahren muß. Das hängt von meinem Chef ab, zu dem ich übermorgen zum Rapport gehe. Heute um 18 Uhr ziehe ich auf Torwache bis morgen 18 Uhr (2 Stunden Einzelposten, 6 Stunden Ruhe abwechselnd). Ich bin hier zufrieden. Die Verpflegung soll einigermaßen sein. Heute mittag gab’s eine prima Erbsensuppe, Nachtisch Apfelmus. Ich habe hier schon eine Reihe alter Kameraden getroffen. Nun hört man so einiges von seinem Haufen. Unsere Abteilung in Rußland ist in ein Füsilier-Btl. umgewandelt worden, also Infanterie. Nächstens mehr.
Frohe Grüße, Euer Karl Heinz
Besten Dank für die guten Sachen und den schönen Tag, Mutter!