Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 1. August 1944

Neuhaus, den 1.8.44

Meine Lieben!

Mutter und Fritz werden wohl jetzt, da ich den Brief schreibe, in Wakenfeld tüchtig Geburtstag feiern; ich sitze wieder auf Wache. Der Betrieb ist hier nach wie vor, man kann es gut aushalten. Gestern abend sah ich den Schumann-Film „Träumerei“, der mir gut gefiel. Er steht im krassen Gegensatz zu den meisten heutigen Filmen. Wer nimmt denn heute noch Gattentreue so bis zum Letzten ernst? – Heute abend soll hier die Divisionskapelle spielen. Ich laß mich überraschen. Eigentlich hatte ich etwas anderes vor, doch davon später. – Schreibt zu meiner Anschrift: „Stube 62“. – Hier sonst nichts Neues.

Frohen Gruß,

Euer Karl Heinz