Karl-Heinz Kranz an seinen Vater Gisbert , 3. August 1944
Neuhaus, den 3.8.44
Lieber Vater!
Gestern erhielt ich Deinen Brief vom 31.7., für den ich herzlich danke.
Hoffentlich kommt bald Nachricht von Gisbert. Es ist ja nicht gesagt, daß er schon im Einsatz ist.
Fein, daß Mutter noch bis Samstag in W. bleiben kann. Das Wetter ist ja jetzt herrlich. Fritz ist wohl wieder zu Hause. Hat er sich gut erholt?
Ich hätte ja mal gerne Mäuschen gespielt, als Du gespült hast. Was ist denn dabei, wenn Du Dir ein Mädel aus dem Geschäft dazu holst? Wenn die Anneliese für den Haushalt die Treppe putzt, dann kann sie auch mal spülen.
Hier ist nichts Neues. Freizeit habe ich jetzt noch genug. – Ich habe hier Verbindung aufgenommen mit dem Neuhäuser Kaplan und der Pfarrjugend. Gestern erhielt ich sogar einen Heimabend.
Schicke mir bitte in einem Umschlag ein kleines, buntes Taschentuch aus meiner oberen linken Kommodenschublade. Ich brauche es zum Besteckabtrocknen. – Zeitungen habe ich noch nicht bekommen.
Frohe Grüße
Dein Karl Heinz