Karl-Heinz Kranz an seinen Vater Gisbert, 21. August 1944
Paderborn, den 21.8.44
Lieber Vater!
Für Deine lb. Zeilen vom 16. und 19.8. danke ich Dir herzlich. Ich habe nun auch das Paket mit Tasse usw., die Schlüsselkette und die Fotos bekommen und danke Dir für die prompte Erledigung meiner Wünsche. Die Fotos sind ja leider nicht besonders gut geraten. Ich schicke sie anbei zurück. Vielleicht kann ich in Paderborn noch Fotos machen lassen.
Im Geschäft wird also die Ware langsam wieder weniger. Laß nur ruhig langsam gehen, lieber Vater, wir bekommen die Läger noch schnell genug leer. – Post kannst Du mir ruhig schicken (Anschrift wie mein Absender genügt). Es ist zwar noch möglich, daß wir 14 nachgemeldeten Fahnenjunker – die übrigen, etwa 60 Mann sind schon alle fort – noch in den nächsten Tagen nach Bromberg müssen; dann kommt eben die Post zurück. – Ich habe heute überhaupt keinen Dienst gemacht. Heute morgen war ich in P. und kaufte mir einen zweiten Koffer. – Gestern abend besuchte ich einen Kameraden, einen Jungmann aus Neuhaus (Mutter kennt ihn ja flüchtig). Er hatte, wie er mir erzählte, noch neun Geschwister, von denen 7 noch leben. Vier Jungen, darunter er selbst, aus der Familie sind Theologen (einer gefallen)!
Mutter möchte mir im Umschlag bitte zwei weiße Taschentücher (können auch leicht gestreift sein, jedenfalls hell) schicken.
Herzliche Grüße sendet Dir, lieber Vater, und Mutter
Dein Karl Heinz