Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 24. August 1944

Paderborn, den 24.8.44

Lieber Eltern!

Für Mutters Brief vom Sonntag danke ich herzlich.

Mutter meint, mein Foto sei gut. Nun ja, es ist jedenfalls besser als das Gruppenbild. Ich schickte es zurück, weil ich von mir selbst ja kein Bild brauche. Es ist gut, liebe Mutter, daß Du meine Krawatten (sie hängen an der rechten Tür meines Kleiderschrankes) in den Keller gebracht hast. Ich vergaß es nämlich.

Ich schiebe hier weiterhin die ruhige Kugel. In der nächsten Woche ziehen wir um nach der Kaserne Wilhelmsberg (hinter Neuhaus). Schickt mir die Post nur weiter, bis ich Euch die neue Anschrift schreibe. Ich bekomme sie auch in der anderen Kaserne, denn die ganze Schwadron zieht ja um. – Hier ist es jetzt sehr heiß (um 40 °C). Vorgestern war ich Schwimmen, und heute werde ich auch baden gehen mit Georg H. Gestern begnügte ich mich mit einem Brausebad in der Kaserne. – Bei dem Jungmann Georg H. aus Neuhaus habe ich Gelegenheit, Klavier zu spielen. Ich bin jetzt häufig bei diesen prächtigen Leuten. – Schickt mir bitte einige Briefumschläge.

Es grüßt Euch froh,

Euer Karl Heinz