Karl-Heinz Kranz an Vater Gisbert, 16. September 1944

Neuhaus, den 16.9.44

Lieber Vater!

Zu Deinem Geburtstag sende ich Dir meine besten Glück- und Segenswünsche. Möge dieser Tag noch recht oft wiederkehren. Leider kann niemand von uns Jungen an Deinem 60. Geburtstag zu Hause sein. Nicht einmal ein kleines Geschenk vermag ich Dir zu schicken. Aber Du wirst dafür Verständnis haben, wo man heute nichts mehr bekommt.

Für Deine lieben Zeilen vom 12. d. M. danke ich Dir herzlich, ebenso für die prompte Zusendung der Zeitungen. – Fein, das die Geschäftsprüfung bei uns reibungslos abgelaufen ist. Hoffentlich ist der Betrieb nicht mehr zu toll, damit das klappt.

Von mir gibt es nicht viel zu berichten. Unser Lehrgang hier ist nicht streng. Man kann es gut aushalten, auch wenn wir Korporäle mit Karabiner ins Gelände ziehen. Anfang Oktober, wahrscheinlich am 10.10., kommen wir zur Kriegsschule, wo wir bis Mitte Februar bleiben. – Wir sind immer noch in der Schloßkaserne. Wie lange wir hier noch bleiben, weiß ich nicht bestimmt.

Wo mögen Gisbert und Günter nun stecken? Hoffentlich hast Du jetzt Nachricht.

Nun wünsche ich Dir nochmals alles Gute und grüße Dich herzlich,

Dein Karl