Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 8. Oktober 1944
Wilhelmsberg, den 8.10.44
Meine Lieben!
Es hat den Anschein, daß wir immer noch nicht zur Kriegsschule kommen. Es schwirrt das Gerücht herum, daß wir erst Mitte November wegfahren. Mir wäre es lieber, wir könnten jetzt beginnen.
Am Freitagabend konnte ich in Paderborn eine Gemeinschaftsmesse des Jugendkreises mitfeiern. Wir sangen den Gregorianischen Choral in Deutsch. Gestern abend sangen wir wieder die Vesper. Heute morgen ging ich in Neuhaus zur hl. Messe. Dabei gedachte ich besonders unseres lieben Günter. Schreibt mir bitte alles, was Ihr in Nürnberg erfahren konntet.
Schickt mir ruhig Post hierher, da von Abmarsch noch nichts zu merken ist.
Es grüße Euch herzlich
Euer Karl
„Gott hat eine ganz besondere
Freude daran, wenn jemand
im Unglück frohen Mut
behält.“
Julius Langbehn