Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 10. Oktober 1944

Wilhelmsberg, den 10.10.44

Meine Lieben!

Hoffentlich bekomme ich nun bald von Euch Nachricht, wie alles mit Günter geschehen ist. Ich denke oft an ihn.

Es isst jetzt wohl sicher, daß wir noch bis wahrscheinlich Ende November hierbleiben und erst zum 18. Fahnenjunkerlehrgang kommen. Da muß ich halt noch etwas warten. Wie sich unser Dienst gestalten wird, weiß ich nicht. Bis jetzt, also in der vergangenen Woche, haben wir praktisch überhaupt keinen Dienst gemacht. Aber dieses faule Leben wird jetzt wohl aufhören. Ich bin heute abend als Wachhabender auf Torwache gezogen.

Gestern abend waren wir, zwei Kameraden und ich, mit einem großen Kreis der Paderborner zusammen. Jupp Stemmrich – ein bekannter Jungmann in der Jugendarbeit, den ich schon von früher her kenne, - hielt einen

feinen Abend über das Thema „Junge Kirche“. – Jupp hatte vergangenen Sonntag in Soest geheiratet.

Ist mein Bücherpaket, das ich vor meinem Urlaub schon abgeschickt hatte, noch nicht eingetroffen?

Ich grüße Euch herzlich,

Euer Karl