Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 16. November 1944

Wilhelmsberg, d. 16.11.

Liebe Eltern!

Damit Ihr nicht glaubt, ich sei verschollen, will ich Euch schnell ein paar Zeilen schreiben. Zu langen Briefen habe ich jetzt kaum noch Zeit. Als Ausbilder hat man Arbeit genug, wenn man seine Aufgabe ernst nimmt.

Mir geht es sonst gut. Ich komme manchmal trotz Dienst auf meine Kosten. So habe ich Sonntag- und Montagabend beim Georg in Neuhaus fast die ganze hohe Messe in h-moll von Bach auf Schallplatten hören können. – Gestern war ich zum ersten Mal seit meinem Urlaub in Paderborn. Ich konnte ein schönes Gedichtbändchen unter anderem als Beute mit nach Hause nehmen.

Wie steht es mit dem Arbeitsurlaubsantrag? – Für Euren Brief vom 10.11. und die nachgesandten Briefe besten Dank. – Mutter wünsche ich baldige Genesung.

Frohen Gruß

Euer Karl