Karl-Heinz Kranz an seine Familie, 12. Januar 1945

Bromberg, den 12.1.45

Liebe Eltern!

Gestern erhielt ich als erste Post Mutters Brief vom 7.1. sowie „Das Reich“, wofür ich herzlich danke. Euren 1. Brief habe ich noch nicht bekommen.

Habt Ihr immer noch nichts von Gisbert gehört? Wendet Euch doch mal an das „Rote Kreuz“! – Von Fritz wißt Ihr also auch noch nichts Genaues.

Hier geht der Betrieb allmählich auf volle Touren. An Ruhen ist kaum zu denken. Abends bin ich selten vor 11-12 Uhr zu Bett, und morgens ist 6 Uhr, manchmal auch früher, Wecken. Heute abend machen wir unsere erste Nachtübung.

Ich schrieb Euch noch nicht, wie wir vorige Woche den Geburtstag von Schorsch gefeiert haben. Wir hatten ein paar Kuchen und Teilchen gekauft und machten nach

einer kleinen, besinnlichen Feier einen tüchtigen Schmaus (beim Pfarrer Graulich). – Gestern abend waren wir auch wieder beim Pf., nachdem wir nachmittags einen Vortrag des hiesigen Kreisleiters gehört hatten. Hier wird sehr großer Wert auf die N.S.-Schulung gelegt.

Seid für heute recht herzlich gegrüßt von Eurem Sohn

Karl Heinz