Karl-Heinz Kranz an Bruder Gisbert, 18. Juni 1939

Essen-Steele, den 18.VI.39.

Lieber Gisbert!

Ich danke Dir für Deinen Brief und die Schecks. Das Buch von Emil Friedler werde ich mir schon besorgen. Die üblichen Grüße vergesse ich schon nicht. – Wir haben an der Handelsschule jetzt ein Leben! Unser Klassenlehrer ist beim Militär. Wir haben nur noch 25 Stunden in der Woche und kommen also 5 mal nach 4. und 1 mal nach der 5. Stunde nach Hause!!! Natürlich haben wir ’ne ganze Reihe Vertretungsstunden, davon zwei beim Chef persönlich. – An der Penne gehen alle Klassen ein paar Tage (jede natürlich für sich und woanders hin) auf Fahrt. Ich denke, daß Du darüber einiges von den Leuten der OG hören wirst. Ich habe eine Überraschung für Dich, wenn Du wiederkommst. Ich kann Dir nicht schreiben, was es ist. Raten kannst Du es bestimmt nicht! Viele Grüße

Karl Heinz

P.S. In einer Zeitung stand folgende Anzeige:

Leere Kaffee-, Butterdose und Eierschränkchen gegen Hitlerbild auszutauschen. N.N.