Karl-Heinz Kranz an Bruder Gisbert, 9. Juli 1941

E.-Steele, den 9. Juli 1941

Heil Dir, Gisbert!

In der Münsterbuchhandlung sah ich das Buch von Peter Wust: Dialektik des Geistes (ca. 10 RM). Soll ich es für Dich kaufen? Erkläre mir doch, bitte, mal, was Dialektik bedeutet. Ich bin dem Wort in der letzten Zeit oft begegnet, ohne es zu verstehen. Bezüglich Deines Füllhalters kann ich Dir noch nichts Positives sagen. Ich denke aber doch, einen anständigen zu bekommen.

Dr. Frotz kommt nach Steele und hält einen Abend für 14- bis 16-jährige Jungen und einen Einkehrtag für die Älteren.

Ich habe mir folgende Bücher angeschafft: Georg Thurmair: „Dem Leben-

digen geweiht“, Pieper-Raskopp: „Christenfibel“, „Flammendes Wort“ herausgeg. von Wolker, Pieper: „Über das christliche Menschenbild“, Guardini: „Von heiligen Zeichen“, Tilmann: „Das Schönste, was es gibt“, „Ein Abschiedswort“ von Peter Wust, und für später die „Sonette einer Griechin“. Vielleicht kannst Du mir das Buch von Guardini: „Der Herr“ und die „Hirtennovelle“ von Wiechert besorgen. Ich kann diese hier nicht bekommen.

Heute mittag haben wir hier, genau wie gestern, 40 °C im Schatten!

Dir einen frohen Gruß.

Karl Heinz