Günter, Karl-Heinz und Fritz Kranz an Bruder Gisbert, 3. August 1941

E.-Steele d. 3.8.41.

Lieber Gisbert!

Deinen Brief haben wir erhalten und danken bestens dafür. Hoffentlich bist Du bis zum „Urlaub“ wieder gesund. Heute sahen wir das Fußballspiel Schalke 04 gegen Steele. Steele verlor mit 10:1. Ist das keine Blamage! Tausende von Zuschauern wohnten dem interessanten Spiele bei. Ich will jetzt schließen. Viele Grüße Günter.

Lieber Gisbert!

Das Fußballspiel Steele gegen Schalke war sehr interessant trotzdem es mit 10:1 endete. Vater und Günter waren auch mit. Es waren sehr viele Zuschauer da. Ich freue mich schon wenn Du in Urlaub kommst. Ich wünsche Dir gute Besserung.

Viele Grüße Fritz.

Lieber Gisbert!

Du machst ja tolle Sachen! Markiert mein Gisbert den kranken Mann! Na ja, sorg’, daß Du nicht

noch über Deinen Urlaub weg flach liegst! – Hans Schocke wird bereits am 15. August zum Priester geweiht. Es muß wohl irgend was besonderes in der Luft liegen, daß die Weihen jetzt Hals über Kopf hintereinander sind. Heute wurde in der Kirche verkündet, wer etwas gegen Hans Sch. auszusagen hätte, sollte das sofort einem Pfarrgeistlichen mitteilen (beim Verlesen der Nachricht, daß er am 15. Aug. bew. wird). Dann hetz’ man los! Übrigens: Alle, die Hans etwas zu seiner Primiz schenken wollen, legen Geld zusammen, um ein einziges Geschenk zu kaufen. Zück’ Deine Börse und schreib in Deinem nächsten Brief, was Du stiften willst. Persönliche Geschenke sollen also flach fallen zugunsten der Gemeinschaft. Hoffentlich kapierst Du. – Entschuldige meine Klaue!

Dir einen frohen Gruß.

Karl Heinz

Lieber Gisbert! Der Großverdiener Karlheinz bittet einen Wehrmachtsangehörigen um eine Spende. Ist das nicht allerhand. Damit Du keine Skrupel bekommst, stifte ich in Deinem Namen mit. Nun Jung’ mach, daß Du wieder gesund wirst und bald in Urlaub kommst. Herzl. Grüße Dein Vater.

Allen guten Wünschen u. Grüßen an Dich schließe ich mich auf das herzlichste an. Wie geht es Dir? Hoffentl. bist Du wieder wohlauf. Ist der Kuchen angekommen. Ich hab den ganzen Nachmittag alte interessante Briefe gelesen u. ausrangiert. Jetzt beginne ich mit unserer bräutlichen Korrespondenz. Herzl. Deine Mutter.