Karl-Heinz Kranz an Bruder Gisbert, 16. November 1941

16.XI.41.

Lieber Gisbert!

Heute morgen klebte ich die letzten Fotos meiner Fahrt ins Album ein. Anbei schicke ich Dir drei Bilder, die zuviel geliefert worden waren. Meinen Fahrtenbericht wirst Du leider nicht vor Weihnachten zu sehen bekommen. Mir steht zur Fertigstellung nur wenig Zeit zur Verfügung. Also: Geduld! – Heute nachmittag mußte ich für das K.W.H.W. sammeln. Man konnte da interessante psychologische Studien machen. – Von der Pfarrjugend ist nichts neues zu melden.

Du schriebst uns noch nichts über die Verpflegung. Auch möchten wir gerne wissen, ob Du immer noch Wache schieben mußt. Am Kotten haben wir immer sehr viel zu tun. Die jetzigen Kundenzahlen können sich mit den Ergebnissen guter Weihnachtsgeschäfte messen, während der Umsatz klein isst, denn es fehlen die großen Gegenstände. Nach einer Statistik kommen bei uns (Scheepers) auf jeden Verkäufer im Monat 3-4000

Kunden! Eine Leistung, die besonders hoch zu werten ist, da hauptsächlich Lehrlinge und kaum Verkäufer diese Arbeit bewältigen müssen. Auch diese Heimat leistet ihr Teil.

Habe ich Dir schon geschrieben, daß ich eine Jahreskarte für die Städtische Schwimmhalle habe? Ich gehe 2 mal wöchentlich während der Mittagspause schwimmen (Übrigens schon lange). Das macht gelenkig. Vom 1 m-Sprungbrett drehe ich einen Vorwärtssalto und mache Handstand usw. Im Weittauchen brachte ich es auf eine Strecke von 26 m (die ich freilich erst einmal erreichte) mit Wende. 23 m (1 mal längs durchs Becken) komme ich fast immer. – Nun Schluß bis nächsten Sonntag!

Frohe Grüße,

Karl Heinz