Karl-Heinz Kranz an Bruder Gisbert, 4. Januar 1942
4.I.1942.
Lieber Gisbert!
Nun sind die Feiertage glücklich überstanden, und Arbeit geht mit doppelter Macht wieder los. In unserer Abteilung am Kotten sind nun wieder zwei Lehrlinge eingezogen. Das macht sich stark bemerkbar. Gestern hatte ich 154 zahlende Kunden bedient!
Am 1. d. M. erhielt ich die Aufforderung, „zwecks Erfassung zum Wehrdienst“ am Polizeirevier zum 6. d. M. zu erscheinen. Also Stammrolle! Am Kaiser-Otto-Platz wird jetzt das Bach’sche Haus abgerissen. Es wurde auch bald Zeit! Die Metzgerei ist jetzt im Haus des Juden Meyer, aber an der gegenüberliegenden Seite, wo früher die Metzgerei war.
Zu Weihnachten bekam Günter ja das Wehr-Schachspiel. Ich habe es schon ein paar mal gespielt. Hochinteressant ist es.
Am Donnerstag Morgen war ich in Werden und habe mir das Eisenwarengeschäft des Vaters meines Freundes Hans Angerhausen angeschaut, nachdem dieser am vorletzten Samstag bei uns war. Er ist auch bei Scheepers in der Eisenwarenabteilung als Lehrling gewesen und muß jetzt am 6.I. zum Arbeitsdienst.
Frohe Grüße Karl Heinz