Karl-Heinz Kranz an Bruder Gisbert, 9. Mai 1943

Rußland, den 9.V.43.

Lieber Gisbert!

Ich danke Dir für Deinen Brief vom 18.IV., über den ich mich sehr freute.

Du fragst, was wir hier mit den Rädern wollen. Fahren, wenn andere watzen!! In der Schlammperiode haben wir freilich die Räder verflucht, aber jetzt wollen wir sie doch nicht entbehren, obwohl sie für Rußland zu leicht gebaut sind.

Mutter schrieb mir, daß Du nun einen KOB.-Lehrgang mitmachst. Hoffentlich klappt es diesmal, daß Du Offizier wirst. „Et is Dich jejönnt“.

Wir liegen seit ein paar Tagen in Zelten im Wald, ca. 5 km hinter der HKL. Es ist hier wie im Zeltlager. Übel ist nur, daß wir zum nächsten Bach 1 ½ km watzen müssen. Hier bereitet sich allerhand vor. Bald geht der Vormarsch los. Dann sind wir als Aufklärungsabteilung vorne weg. Ich bin der Überzeugung, daß der Rußlandfeldzug noch in diesem Jahr zu Ende geht.

Heute hatten wir unseren Lichttag.

Frohen Gruß Dir,

Dein Karl Heinz