Karl-Heinz Kranz an Bruder Gisbert, 5. Dezember 1943
Vaihingen, den 5.XII.43.
Lieber Gisbert!
Wie mir Vater schrieb, bist Du jetzt bei den Pionieren. Na, dann schlepp man tüchtig Pontons und Balken. Oder hast Du das als Uffz. nicht mehr nötig? Ich habe Dir schon dreimal von hier an Deine alte Fpnr. geschrieben. Vielleicht kommen die Briefe alle wieder zurück. Ich weiß nicht, ob Du schon etwas über mich erfahren hast. Ich bin an einer Schleimbeutelentzündung erkrankt, operiert worden und nun hier (40 km von Stuttgart) im Lazarett. Ich fahre noch vor Weihnachten in Urlaub. Gestern beim Verbinden bekam ich mein Bein nicht mehr geschient, denn die beiden Schnittwunden haben sich inzwischen geschlossen. Jetzt darf ich
auch aufstehen, doch sind die Muskeln des Beines noch ziemlich schlapp. Aber das kommt schon mit der Zeit. Ich denke, daß ich in 10-12 Tagen entlassen werde. – Übrigens, mein Ersatzhaufen liegt in Paderborn, wo Du ja Dein erstes Semester studiert hast. – Schreibe mir vorläufig nach Hause hin.
Dir einen frohen Gruß,
Dein Karl Heinz