Karl-Heinz Kranz an Bruder Gisbert, 17. Mai 1944
Steele, den 17.5.44
Lieber Gisbert!
Gestern morgen kam ich im Morgengrauen hier an. Mein Genesungsurlaub reicht bis Mittwoch nach Pfingsten. Das Arbeitsurlaubsgesuch ist am Montag befürwortet nach Paderborn geschickt worden. Ich habe dort dafür gesorgt, daß ich den Urlaubsschein nach Hause nachgeschickt bekomme. Wenn alles klappt, bin ich noch etliche Wochen hier. Schade, daß Du nicht kommen kannst. Ich hoffe nur, daß mir die Invasion keinen Strich durch die Rechnung macht. – Wie ich aus Deinen Briefen ersehe, mußt Du jetzt tüchtig arbeiten. Das ist gesund für Leib und Seele. Ich hoffe, daß Du aber doch noch für ein paar Zeilen an mich Zeit hast. Deinen letzten Brief habe ich längst vergessen. – Im Juli werde ich zu einem R.O.B.-Lehrgang geschickt, zu dem ich bereits gemeldet bin. Er soll prima sein. – Morgen kommt Ferdi Fröhlich, wahrscheinlich mit seiner Braut, uns besuchen.
Frohen Gruß Dir,
Dein Karl Heinz
Mutter kommt gerade von Frau Dr. Salberg. Sie hat in den letzten Wochen 10 Pfd. abgenommen und ist schlecht zurecht. Sie bekommt jetzt aber Gott sei Dank eine Hilfe für halbe Tage. Mutter läßt herzlich grüßen.
K. H.