Karl-Heinz Kranz an Bruder Gisbert, 26. Mai 1944
Essen-Steele, den 26.5.44
Lieber Gisbert!
Gerade habe ich Dir die Frucht einer mühseligen Arbeit in zwei Umschlägen zugeschickt. Es ist das Heft „Benedict Herfs“. Lies es Dir mal in einer ruhigen Stunde durch. Es hat mich manche Tag- und Nachtschicht gekostet, da ich den größten Teil der Arbeit auf mein Konto buchen kann. Aber zu solcher Arbeit bin ich immer bereit, die unseren Brüdern und Schwestern gilt. -
Werner Vogt ist in Urlaub hier, ebenso Heinz Roedel. Kennst Du Heinz Dietz? Er ist Pfingsten auch hier. Ich freue mich riesig auf die
kommenden Tage, die ich mit unserem Kreis verbringen werde. Nach dem Fest berichte ich Dir mal darüber. – Huth hat vor kurzem auf Anstoß vom Heinrich Vogel eine Gruppe aufgemacht. Der Weihbischof, der hier zur Visitation war, hat sich besonders nach der Jugendarbeit erkundigt, und damit man nicht unangenehm auffiel, tat man dies. Ich war im letzten Heimabend da: kläglich! – Ferdi, der vorige Woche absagte, wird heute mit seiner Braut kommen. – Daß ich noch bis zum 28.6. Arbeitsurlaub habe, schrieb Mutter sicher schon. Es ist der einzige von sechs Anträgen bei der Einheit, der genehmigt wurde. Vitamin B und Glück!
Dir einen frohen Gruß,
Dein Karl Heinz
Herzliche Grüße von Vater und Mutter.