Karl-Heinz Kranz an Bruder Gisbert, 29. Mai 1944
Essen-Steele, Pfingstmontag.
Lieber Gisbert!
Ein schönes Pfingstfest geht nun langsam zu Ende. Während draußen die Sonne sommerlich heiß strahlt, will ich Dir einen kleinen Bericht geben von dem frohen Treiben unseres Kreises, an dem ich teilnehmen durfte.
Am Samstagabend trafen wir uns in der Waisenhauskapelle und sangen die Komplet und die Pfingstsequenz. Dann hielt uns Vikar Holtmann im Marienheim eine Einführung in das Pfingstfest. Sonntagmorgen fuhren wir früh nach Bredeney und wanderten von da aus nach Maria im Maien, einer kleinen Kapelle in der Kettwiger Gegend. Ich will Dir eben noch sagen, wer mit dabei war: Werner Vogt mit Schwester, Heinz Dietz, Marianne Görres,
Maria Ruf, Irmgard Vogt, Anni Albers u. a. Fritz, der Kurzurlaub hatte, ging auch mit. Wir waren 11 Leute. Nach einem Spaziergang durch den Stadtwald kamen wir zu dem Kirchlein und hielten dort eine Gemeinschaftsmesse in Form einer Bet-Singmesse. Ich will Dir nicht weiter alle Einzelheiten beschreiben. Wir verbrachten noch manch frohe Stunde im Wald mit Plaudern und Singen. Es war einfach herrlich. Abends saßen wir noch in Steele in fröhlicher Runde beisammen. Heute morgen fanden wir uns wieder zusammen, und Irmgard Vogt hielt einen Kreis über die Dichtung. Bei dieser Einführung waren alle sehr rege tätig, und es sind uns manche wesentlichen Dinge klar geworden. – Heinz Dietz, der von Bonn (stud. med.) für die Pfingsttage hier war, schlief bei uns. -
Hoffentlich hast Du auch wenigstens etwas Frohes auf Pfingsten gehabt.
Herzliche Grüße,
Dein Karl Heinz