Karl-Heinz Kranz an Bruder Gisbert, 7. Juni 1944
Essen-Steele, den 7.6.44
Lieber Gisbert!
In Eile will ich Dir schnell ein paar Zeilen schreiben. Vater und Mutter fuhren gestern nach Lage i/Lippe (Hotel Deutsches Haus), um sich für 8-10 Tage auszuspannen. Sie hatten es beide wirklich nötig. Währenddessen bin ich Chef und Hausfrau. Ich fühle mich aber ganz wohl bei meinem Junggesellendasein. Fritz fuhr gestern nach Wien, wo er sich persönlich vorstellen muß bei seiner zuständigen Luftwaffenbehörde (als K.O.B.). Er wird wohl Montag wiederkommen nach hoffentlich bestandener Prüfung. Günter hängt noch bei Nürnberg. – Anbei ein Brief für Dich.
Sonntagnachmittag und –abend waren wir – unser Kreis – bei Werner Vogt und verbrachten ein paar frohe Stunden. Ich soll Dich grüßen. – Demnächst schreibe ich Dir mehr. Als vielbeschäftigter junger Mann habe ich nicht viel Zeit.
Einen frohen Gruß Dir,
Dein Karl Heinz
P.S. Hoffentlich bekommst Du nicht auch noch mit der Invasion zu tun. Nach Italien wirst Du wohl nicht mehr kommen.