Günter, Karl-Heinz und Fritz Kranz an Bruder Gisbert, 15. August 1938

E.-Steele D. 15.8.1938.

Lieber Gisbert!

Hoffentlich geht es Dir gut. Gestern war Fritz Helle seine Schwester hier und hat sie gefragt ob Fritz Helle schon wieder bei Dir wäre. Vorigen Freitag war Karl-Heinz, Fritz und ich in der Reichsgartenschau. Es war sehr schön. Wir waren auch mit der Liliputbahn gefahren. Abends fing es tüchtig an zu regnen und konnten wir erst um 8.27 von E.-Rückenscheid abfahren. Wir waren ganz naß. Das Wetter ist hier nicht schön. Wilhelm kommt morgen wieder. Gestern nachmittag wurden über 30 Ruderboote bei Platte durchgeschleußt. Am Mittwoch war ja Laurentius und war Sonntag eine Prozession. Mittwoch in 2 Wochen fahren wir wieder nach Lüdinghausen. Gestern hatten wir den ganzen nachmittag gepaddelt.

Herzlichen Gruß

Günter

Lieber Gisbert!

Mir geht es gut. Hoffentlich Dir auch? Das Wetter ist schlecht. Es ist immer am Regnen. Ich war auch in der Reichsgartenschau. Gestern war ich in der Badeanstallt. Wilhelm Salberg kommt Dienstag wieder. Er war gar bei sein Onkel in Holland. In 2 Wochen fahr ich wieder nach Lüdinghausen. Du hast aber sehr viel und schönes zusehen bekommen.

Viele Grüße

Lieber Gisbert!

Hans W war am Sonntag Abend schon wieder zu Hause. Er hätte unterkommen können, aber da er für mich kein Quartier bekam, wollte er nicht alleine dort bleiben. Die Leute in Rhade sind alle mißtrauisch, weil einmal ein Junge eine Woche bei Bauern war und nachher wegfuhr, ohne zu bezahlen. Wäre ich selbst in Rhade gewesen, hätte ich Quartier bekommen, denn die Leute wollen wissen, mit wem sie zu tun haben. – Der Vorschlag, eine Tagestur zu machen, ist gut, aber das Wetter ist hier so unbeständig, daß es sich nicht lohnt. – Am Freitag waren wir drei in der Reichsgartenschau. Morgens um 9 Uhr fuhren wir per Eisenbahn nach Rüttenscheidt. Den ganze Morgen gingen wir durch die Reiga und besichtigten auch die Kolonialschau. Um drei Uhr gingen wir in das Kino (umsonst). Es wurden Reklame- und Kulturfilme gezeigt. Um 6 Uhr gingen wir zur Kleinbahnhaltestation. Wir machten eine Rundfahrt. Als wir ausstiegen, begann ein Gewitter zu toben. Deshalb kamen wir erst um ¼ 9 Uhr nach Hause. – Ich soll Dir Grüße von F. J. Greif bestellen. Herzliche Grüße

Karl Heinz