Fritz Kranz an seine Eltern, 28. Oktober 1941
28.10.41
Liebe Eltern!
Ich habe Euer Paket und die Postkarte erhalten! Ich danke vielmals dafür. Ich schicke Euch den Brief mit von Gisbert. Da hat mir aber Mutter viel geschickt. Die Strumpfbänder und den eisernen Kamm kann ich gut gebrauchen. Die Birnen und Äpfel sind ja herrlich, die ihr mir geschickt habt. Von dem Honig habe ich mir heute Nachmittag schon was auf die Stulle geschmiert. Mutter wollte ja wissen, was wir für Arbeiten gemacht haben. In Math. habe ich eine Übungsarbeit 4 geschrieben. In Deutsch und in den anderen Fächern habe ich noch keine Arbeit gemacht. Das Zahnpulver kann ich auch gut gebrauchen. Das ist ja schön, daß man jetzt 2 Pfd. Päckchen nach Rußland schicken kann. Unsere Soldaten sind ja jetzt un[......] 30-40 Kl. vor
Moskau. Hoffentlich machen die da bald Schluß. Ich habe dem Klaus schon 2 mal geschrieben. Dem Kurt schreibe ich auch oft. Das ist aber schade, daß unser Kanarienvogel kaputt ist. Einerseits ist es auch gut. Dann brauche ich in den Ferien wenigstens nicht mehr wegen Kanarienfutter zu laufen. Und Anna hat dann „weniger“ zu tun. Die Marzipankartoffeln schmecken noch nach Friedensware. Wir haben heute einen Sportwettkampf von der Schule aus gemacht. Wir mußten 80 m. laufen, weitspringen und Keulen werfen. In der letzten Zeit hat es hier oft geregnet. Heinz Hölter hat mir bis jetzt noch nicht geschrieben. Günter oder Karl-Heinz kann doch mal hingehen und sagen das er mir schreiben solle und ob er meine Post nicht bekommen hätte.
Viele Grüße Fritz