Fritz Kranz an seine Eltern, Dezember 1941 (?)

Liebe Eltern!

Ich erhielt am Mittwoch das Geld, und danke ich vielmals dafür.

Heute habe ich endlich die Kleiderkarte mit Stempel bekommen. Ich schicke sie mit diesem Brief zu Euch. Hoffentlich kann Mutter noch einen Pullover bekommen. Schade daß Heute so ein schlechtes Wetter war. Wir sind eben von der Fahrt nach Dortmund zurückgekommen. Wir sind heute nach dem Essen hingefahren mit der ganzen Klasse.

Danach sind wir in die Ausstellung hineingegangen, wo wir 2 Stunden hindurchgeführt wurden. Wir hatten uns nach der Besichtigung der Kunstausstellung in ein kleines Caffé gesetzt. Es blieb mir noch etwas Geld übrig. Als ich zurückkam habe ich sofort begonnen, den Brief zu schreiben. Was hat sich Karl-Heinz und Günter sich denn zu Weihnachten gewünscht. Doch sicher bloß Bücher. Das ist hier in der Stadt eine Armut an

Cuverts. Man bekommt in einem Geschäft nur 1 Briefumschlag. Ich glaube aber doch, daß ich mit meinen paar Dingern noch bis zu den Ferien auskomme. Hoffentlich ist in den Ferien nicht ein solch schlechtes Wetter. In 8-9 Tagen bin ich schon wieder zu Hause. Die Zeit geht schnell um. Ich schicke im Briefe noch ein kleines Briefchen für Karl-Heinz und Günter mit. Es steht dort was über Weihnachtsgeschenke drin.

Wenn ihr es aufmacht, dann ist die ganze Weihnachtsfreude vorbei.

Also herzliche Grüße

Fritz