Fritz Kranz an seine Eltern, 19. Februar 1942

19.2.42.

Liebe Eltern!

Eben erhielt ich Eure Post mit den Karten. Ich danke vielmals dafür. Das ist ja schön das ich kommen darf. Den Bezugschein für eine Skihose habe ich schon nach Hause geschickt. Habt ihr den bekommen. Ich komme also jetzt am Samstag den 21.2.42 nach Hause. Ich werde Herrn Dr. fragen, ob ich schon um 12 Uhr fahren darf. Sonst kann ich erst um 4 Uhr fahren, und bin um ½ 6 oder ½ 7 zuhause. Ich werde die Sachen dann mitbringen. Von Kurt erhielt ich gestern einen Brief. Er hat seine Adresse geändert. Sie ist: L 13828. Lg Postamt Amsterdam. Ich soll viele Grüße an Euch bestellen. Von Klaus erhielt ich heute Mittag einen Brief. Er schrieb mir, daß ich ihm mal die Adresse von Gisbert schreiben soll. Der Brief ist

am 12.II.42 abgeschickt worden. Er schreibt, er wäre jetzt in einer größeren Stadt gekommen. Wo, das sagt er nicht. Er ist zum Obergefreiter befördert worden. Heute Abend erhielt ich mit Eurem Brief zwei Briefe von mir, die ich nach Gisbert geschickt hatte. Dies ist der 3 Brief der zurückkommt. Den ersten Brief habe ich am 15.11.41. abgeschickt. Den zweiten am 30.11.41. Ich schicke sie ihm gleich nach Neuruppin nach. Hoffentlich kommt er auch bestimmt in den Osterferien nach Hause. Ich habe eine Latein Arbeit 3 geschrieben und eine Englischarbeit ebenso. Also, den Brief von Mölders habt ihr und Gisbert erhalten. Mutter schreibt, ob ich die Karten aus Neuruppin erhalte. Ich habe 2 Karten erhalten wo Mutter unter einer Karte was drunter geschrieben hat. Ich freue mich schon

auf den Kuchen, den Mutter backen will. Karl-Heinz schreibt, ich solle ihm mal mitteilen, was ich von dem Hirtenbrief des Bischofs von Galen wußte. Natürlich habe ich ihn nicht mitstenographiert, aber etwas kann ich Dir wohl sagen. Er hat über die Fastenzeit gesprochen. –

Ich habe noch einen Wunsch. Ich wollte mal fragen, ob ich jetzt, wenn ich nach Hause fahre, meine Reifen vom Fahrrad mitnehmen kann. Ich kann doch nicht mehr darauf fahren. Erstensmal ist es zu klein, zweitens ist ein Lenkstangenbruch vorhanden, drittens ein Achsenbruch, viertens sind die Speichen locker und daher eine 8 im Rad. Ich kann also nicht mehr darauf fahren und dann will ich die Reifen dem kleinen Albert Schmidt geben, der ein neues Rad hat aber bloß keine

Reifen. Und verwerten können wir die Reifen auch nicht, weil sie viel kleiner sind als die der Herrenräder. Also, bei unseren Rädern passen sie auch nicht. Wenn ich bis Samstag von Euch keine Post bekomme nehme ich die Reifen mit nach Hause sonst nicht.

Für heute will ich Schluß machen, weil ich dem Gisbert und Klaus noch schreiben wollte. Also, herzliche Grüße auch an Günter

Euer Fritz

P.S.

Vielleicht bekommen wir doch noch Kohlenferien, weil die Heizung vom vielen Brennen von Holz kaputt ist.

„Hoffentlich“