Fritz Kranz an Bruder Gisbert, März 1942 (?)

Lieber Gisbert!

Ich bin in den letzten Tagen nicht dazu gekommen, Dir zu schreiben. Ich danke vielmals für den Brief. Bis jetzt ist noch nichts aus den Kohlenferien geworden. Es wird immer noch mit Holz gestocht. Ich war vorigen Sonntag zu Hause, und habe ich alle Deine Briefe gelesen, die Du nach Hause geschickt hast. Sie waren sehr spannend, aber auch ein Zeichen, daß Du vieles mit durchgemacht hast. –

Ich schicke Dir anbei ein Photographie mit wo die Kirche von Lüdinghausen von unserem Schloß Westerholt geknipst ist. In der Kirche selber sollen die dicksten Säulen Europas sein. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Aber sie haben einen ganz anständigen Durchmesser. In diese Kirche gehen wir jeden Morgen hinein zur Messe. –

Das ist ja schön, daß ich von Dir ein paar russische Münzen bekomme. Ich habe schon eine polnische und französische Münze. Ich freue mich schon darauf, wenn Du in Urlaub kommst. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Wir bekommen am 1 April Osterferien. Ich muß gleich von der HJ aus antreten, weil der O’Bannführer von einem Nebenort nach Lüdinghausen kommt und eine Rede hält. Das Neueste wird wohl sein, daß keine Kupferpfennige mehr gebraucht werden dürfen. Alle Kupferpfennige haben ab 1 März keinen Wert mehr.

Ich habe jetzt keine Zeit mehr, weil ich gleich zum Dienst muß.

Es grüßt Dich herzlich Dein

Fritz