Fritz Kranz an Bruder Gisbert, 28. Juni 1942

Lüdinghausen den 28.6.42.

Lieber Gisbert!

Wie Du merkst, habe ich Dir lange nicht mehr geschrieben. Ich habe jetzt augenblicklich nicht allzuviel Zeit. Warum, das weißt Du ja auch. Günter und zwei andere Klassenkameraden von ihm sind am vorigen Sonntag hier gewesen und haben mich besucht. Es war ganz prima. Wir haben den Tag gut umgekriegt. Günter ist morgens um 11 Uhr gekommen und Abends um ½ 7 wieder weggefahren. –

Von Mutter habe ich Deine neue Adresse erhalten, und werde ich Dir nun sofort schreiben.

Wie geht es Dir denn noch? Von Klaus habe ich Post bekommen und ist er augenblicklich in Urlaub und zwar in Saarbrücken. Der hat aber auch einen Urlaub verdient, wenn er schon solange nicht mehr zu Hause gewesen ist. Tante Aloysia hat vorige Woche Namenstag gehabt. Und nächste Woche hat Mutter Namenstag. Wie Du wohl schon weißt, ist Vater in Erholung gefahren, und zwar für 10 Tage im Sauerland. Ich mache am 18.8. die Prüfung auf dem Gymnasium. Die Schüler aus dem Rheinland haben schon am 26.6. Ferien bekommen, die Schüler in Wesfalen bekommen erst am 11.7. Ferien. Ich bin auch dabei. Da bekomme ich von meinen Ferien zwei Wochen abgezogen. Dafür brauche ich aber auch kein Ernteeinsatz mitmachen.

Herzliche Grüße von Deinem Bruder Fritz.