Fritz Kranz an seine Eltern, Dezember 1943 (?)

[Anfang und Ende fehlen.]

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Bau und zwar in einer Bude mit 14 Betten. Alles alte Knaben, die bei mir liegen. Die anderen Kameraden, die bei mir auf dem Zimmer lagen sind in andere Buden gekommen. In den letzten 5 Tagen durfte ich überhaupt nicht aufstehen und mußte immer auf dem Rücken liegen. Als ich am Sonntag fragte, ob ich eine Stunde Urlaub zum Kirchgang haben könnte sagte man mir ich dürfe nicht aufstehen und herumlaufen; so nahm ich denn das Feldgesangbuch, welches ich von Pastor Granderath bekommen hatte, + habe daraus eine Messe gelesen. – Ich habe dem Arzt das mit dem Knochen schon gesagt. Man hat mir dann eine Hodenrolle und noch solche einen Klimbim gegeben und ich mußte weiter

kühlen. Schmerzen habe ich keine mehr und ich bin froh, daß ich hier bald herauskomme. Es ist gerade Mittagszeit und jetzt fangen die alten Knöppe hier alle an zu pennen und schnarchen als wenn sie meterbreite Bäume durchsägen müßten. – Das die Post an Karl-Heinz wieder zurückkommt ist aber schade. Ich habe allen vorige Tage einen langen Brief geschrieben. Günter kommt also in Urlaub, da werde ich sehen, daß ich jetzt auch Urlaub bekomme und zwar Genesungsurlaub. Eigentlich bekommen ja nur die Genesungsurlaub, die eine Operation hinter sich haben. Ich werde aber sehen, daß ich doch welchen bekomme.

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