Fritz Kranz an Bruder Gisbert, 24. April 1944
24.4.44.
Lieber Gisbert!
Habe lange nichts mehr von Dir gehört. Ich glaube Du bist genau so schreibfaul geworden, wie ich. Wie geht es Dir denn noch. Um Deinen Urlaub hat man Dich auch schwer besch....., Karl-Heinz kann sich jetzt im Lazarett in Geldern gut erholen. Schade, daß ihr Euch jetzt nicht zusammen treffen konntet. Günter hat ja auch mal wieder zur Abwechslung im Bau gesessen. –
Mir geht es hier in der Stellung bei Mühlheim sauwohl. Sauwohl ist ja eigentlich übertrieben, da wir jetzt Tag + Nacht Alarm haben. Gerade haben wir wieder bis kurz vor 1 Uhr nachts Alarm gehabt und von 1-2 Uhr muß ich Telephonposten stehen, bei dem man ganz gut Briefe schreiben kann. Der Dienst tagsüber ist gut erträglich. –
An 4 Tagen in der Woche haben wir Schulunterricht. 3 mal in Werden und einmal in Essen-West. –
Unser Zugführer hier, ein Wachtmeister, hat jetzt dafür gesorgt, daß wir jeden Montag Glaubensstunde, bei einem Kaplan aus diesem Nest hier, haben. Heute hatten wir zum erstenmal diesen Unterricht. Der Kaplan ist ganz in Ordnung. Er versteht es gut, uns mal auf andere Gedanken zu bringen. – Unser Zugführer (der übrigens kath. und auch im KKV. ist) gibt uns jeden Sonntag Gelegenheit in die Kirche zu gehen.
Mutter ist vorige Tage nach Tante Nettchen gefahren, um sich ein wenig zu erholen. Bis jetzt hat sie ja ein tadelloses Wetter gehabt. –
Meine Schrift mußt Du schon entschuldigen. Ich bin nämlich saumüde.
Herzliche Grüße von
Deinem Bruder Fritz.