Fritz Kranz an seine Eltern, 29. Juni 1944
Feuerstellung, d. 29.6.44.
Liebe Eltern!
Jetzt sitze ich schon 2 Tage hier und schiebe eine lässige Kugel. Die Quarantäne dauert ungefähr 14 Tage; sie kann aber auch noch verlängert werden. So ein Leben, wie ich es jetzt führe, bekomme ich nie wieder. Morgens stehen wir um ½ 12 auf. Anschließend Mittagessen getrennt von den andern (denn nur unsere Bude liegt ja in Quarantäne) dann halten wir von 2-5 unsern Mittagsschlaf. Danach trinken wir Kaffee und verbringen unsere Zeit bis 10 Uhr mit Lesen, Briefeschreiben usw. Das Schönste ist, wir sind nur mit 7 Mann und alle auf eine Bude. Dienst brauchen wir ja nicht mitmachen. Wir führen hier also ein tadelloses Leben. Nur kommen wir jetzt vorläufig nicht mehr aus der Stellung heraus. –
Ist Karl-Heinz nun wiedergekommen, oder nicht?
Also herzliche Grüße
Fritz