Fritz Kranz an seine Eltern, 18. Oktober 1944

den 18.10.44. [oder 19.]

Liebe Eltern!

Ich habe Euren Brief erhalten und danke bestens dafür. Also sind schon wieder bei uns Brandbomben gefallen. Es ist gut, daß diese gelöscht werden konnten, sonst hätte ich auch mal in diesen unangenehmen Bombenurlaub fahren können. Na ja, ich will den Daumen halten, daß Ihr mal wieder für längere Zeit Ruhe haben werdet. – Die Sachen von Günter sind also nun auch gekommen. Das die Armbanduhr und das Flugzeugführerabzeichen nicht dabei sind, könnte ich noch verstehen. Aber das die Brieftasche fehlt kommt mir etwas

selten vor. – Ich habe dieses eine Bild von Günter mit der Maschine an der Innenseite von meinem Spind hängen, sodaß ich es jedesmal sehe, wenn ich die Tür aufmache. – Gisbert hat also noch immer nicht geschrieben. Schickt mir doch bitte die Adresse von Karl-Heinz und Gisbert sobald Ihr sie selber wißt. – Betr. Dienst ist natürlich ein ganz anderer Schliff als wie bei der Flak usw. Aber auch das ist zu ertragen. – Wie geht es Euch denn noch. Ihr werdet wohl auch dauernd im Alarm stecken. Um mich braucht Ihr keine Sorge haben. Ich werde hier mit allen Sachen fertig.

Herzliche Grüße Euer Fritz.