Fritz Kranz an seine Eltern, 2. November 1944

O.-U., den 2.11.44.

Liebe Eltern!

Schon wieder ist ein anstrengender Diensttag vorbei und doch habe ich noch etwas Zeit, sodaß ich einen kleinen Brief vom Stapel lassen kann. Ich warte Tag für Tag auf Post von Euch, wie es Euch beim Angriff gegangen ist. Eben ist die Abendpost verteilt worden und war wieder nichts dabei. Na ja bald wird ja was anrollen. Wie geht es Euch denn noch. Ist im Geschäft noch alles beim Alten. Ich schrieb ja schon daß wir nicht zum Arbeiten kommen, sondern wir noch Ausbildungsdienst haben. Es kann möglich sein, daß ich schon in 6 Wochen zu Hause bin. Es kann aber auch genau so gut möglich sein, daß ich erst im Januar zu Hause wieder erscheinen werde. Macht Euch also noch nicht allzuviel Hoffnung, ob ich Weihnachten zu Hause sein werde oder nicht. – Hat Gisbert eigentlich immer noch nicht geschrieben. Schreibt mir bitte doch mal, wie die Adresse von Karl-Heinz ist.

Also herzliche Grüße

Fritz