Fritz Kranz an seine Eltern, 19. November 1944

O. U. den 19.11.44.

Liebe Eltern!

Noch gut 14 Tage Dienst und ich werde wieder daheim sein. Ich freue mich schon richtig auf den Abreisetag. – Übrigens, damit Ihr wißt, daß es mir gut geht, folgende Sondermeldung: Seit gestern bin ich Ordonanz in der Führermesse der Abteilung. Meine Kameraden haben mir jetzt den Namen „Meßdiener“ zugelegt. Das ich keinen Dienst mehr mitmachen brauche versteht sich ja. Was das Essen betrifft ist ja wohl auch klar. Ihr seht also, daß es mir glänzend geht, und daß Ihr Euch überhaupt nicht um mich besorgt sein braucht. –

Statt der Ordonanz konnte ich auch nach Kiel fahren, um dort mit 4 anderen Kameraden vor einem Stabsgebäude Wache zu stehen. Ich hätte dann 24 Stunden Posten stehen müssen, hätte aber danach 24 Stunden Ausgang gehabt usw. (14 Tage lang). –

Übrigens muß ich noch erwähnen daß ich jetzt mit meinem anderen Kameraden eine Bude ganz allein für mich beherrsche. Also eine Zwei-Mann-Bude.

Wie geht es Euch denn noch. Ich habe schon 8 Tage nichts mehr von Euch gehört.

Seid herzlich gegrüßt von

Eurem Fritz.