Fritz Kranz an seine Eltern, 7. Januar 1945

Halberstadt, den 7.1.1945.

Liebe Eltern!

Jetzt habe ich endlich mal einen festen Platz gefunden, bei welchem ich länger verweilen werde. Ich bin nämlich seit dem 19. Dezember immer auf Reisen gewesen. Wie ich schon schrieb dauerte die Fahrt von Essen über Leipzig nach Danzig – Dahmel 4 Tage. Ich kam am Heiligen Abend an. Die beiden Weihnachtstage verweilte ich in Dahmel. Wie ich Weihnachten feierte habe ich Euch schon geschrieben. Von da aus kamen wir weg nach Stolpmünde bei Stolp an der Ostsee. Dort blieben wir 3 Tage. Wir waren immer noch Zivilisten. Wir waren noch im Glauben einmal Flieger zu werden. Plötzlich hieß es, alle, die den Anfangsbuchstaben A - K haben müssen weg Gardelegen in der Nähe von Stendal. Hier wurden wir eingekleidet. Wir bekamen eine tadellose Uniform. In Gardelegen blieben wir auch einige Tage und kamen dann weg nach Halberstadt, wo ich jetzt noch bin. Ich kam hier heute morgen an, und liege nun mit noch 17 anderen Kameraden hier auf der Bude. Es wurde uns freigestellt, ob wie zu den Fallschirmjägern oder zu den Pionieren gehen wollten. Ich bin da natürlich zu den Fallschirmspringern gegangen. –

Meine Ausbildung wird ungefähr 8 Wochen dauern es kann möglich sein, daß wir, bevor wir zum Einsatz kommen, 16 Tage Einsatzurlaub bekommen.

Na ja, ich muß leider schließen, da ich zu Bett gehen muß. Hoffentlich geht es Euch noch.

Seid herzlich gegrüßt von

Eurem Fritz.