Fritz Kranz an seine Eltern, 11. Januar 1945
Halberstadt, den 11.1.1945.
Lieber Eltern!
Heute abend habe ich mal wieder etwas Zeit und so möchte ich Euch doch mal wieder einen Brief schreiben. Genau so, wie ich auf Eure Post warte so wartet Ihr gewiß auch immer auf meine Post. Hoffentlich habt Ihr inzwischen meine Post, die ich bis jetzt geschrieben habe, erhalten. Mir geht es übrigens ganz gut. Wir haben gute Kleidung, haben ein gutes Essen und der Dienst geht auch noch. Wir haben wohl von morgens 5 – abends 6 oder manchmal auch bis 8 Uhr Dienst, aber mit etwas Lust und Humor bekommt man die Zeit ganz gut herum. Die Ausbildung wird sehr hart werden, aber dafür sind wir ja noch Rekruten
und einer aus der Familie Kranz aus Essen-Steele wird die Sache hier spielend schmeißen. – Wie ich schon schrieb ist die Verpflegung hier nicht schlecht. Morgens vor dem Dienst und abends nach Dienst Milchsuppe. Jeden Tag Butter oder Margarine, Wurst und ab und zu Marmelade oder Honig. Bei diesem Dienst hier braucht man aber auch eine anständige Verpflegung. Den nötigen Hunger bekommt man schon, wenn man den ganzen Tag mit einem schweren M.g. durch die Gegend schleicht. Na ja, die 8 Wochen gehen auch mal herum.
Hoffentlich geht es Euch noch gut. Ich warte schon sehnsüchtig auf Eure erste Post.
Seid also herzlich gegrüßt von
Eurem Fritz.
P.S. Denkt bitte an die Kleiderbügel.