Fritz Kranz an seine Eltern, 18. Januar 1945

18.1.1945

Liebe Eltern!

Wie ich merke scheint die Postverbindung zwischen uns hergestellt zu sein. Eben erhielt ich den zweiten Brief von Euch. Ich danke bestens dafür. Auch der Brief von meinem Kameraden, der beilag erhielt ich. Mutter hatte schon Angst ich hätte auf der Fahrt nicht zu essen gehabt. Da braucht Mutter sich nicht zu sorgen. Ich hab’ genug gehabt. Pakete braucht Ihr nicht zu schicken. Ich komme hier mit meiner Verpflegung aus. Die Post dauert übrigens 5 Tage bis hier. – Das der Becker auch schon gefallen ist wollte ich erst garnicht glauben. Mutter möchte wohl gerne mal ein Photo von mir in Uniform. Bis jetzt jetzt habe ich noch keine Gelegenheit dazu gehabt. Wenn ich mal welche

gemacht bekomme schicke ich sie Euch natürlich. –

Vater meint ich würde wohl nicht mehr zu den Springern kommen. Da hat man Dich wohl falsch unterrichtet. Die heutige Sprungausbildung dauert 6 Tage. Da staunst Du, was. Ja die Zeiten sind vorbei, wo die Fallschirmjägerausbildung 10 Monate dauerte. Es wird aber vorher noch ausgesucht wer die Sprungausbildung mitmacht. – Es steht nur fest, daß wir nach 8 Wochen zum Einsatz kommen. – Ich werde Euch darüber, sobald ich etwas Sicheres weiß, schreiben. Habt Ihr mir die 2 Kleiderbügel mit Steg schon geschickt. Ich schrieb doch darum. Was macht das Geschäft. Ist alles noch beim Alten.

Für heute seid herzlich gegrüßt

von Eurem Fritz