Fritz Kranz an seine Eltern, 25. Februar 1945
25.2.45.
Liebe Eltern!
Endlich komme ich mal wieder dazu Euch zu schreiben. Es hat sich inzwischen vieles geändert. Ich liege nämlich nicht mehr an der gleichen Stelle. Aus dem Kessel, in welchem ich lag bin ich heraus. Ich liege jetzt südl. von der Stadt, in welcher Gisbert bald ein Jahr gelegen hat. Es liegen schwere Wochen und Tage hinter mir. Ich war 4 Tage von der Einheit versprengt und habe sie nun endlich wiedergefunden. Hier haben wir den Russen endlich zum Stehen gebracht. Hoffentlich habt Ihr meine Post aus Graudenz alle erhalten. Ich schrieb Euch von dort 5 oder 6 mal. Von Euch habe ich seit Halberstadt keine Post mehr bekommen. Wenn ich nur wüßte wie es Euch gehen würde. Diese Post lasse ich durch einen Verwundeten mitgehen. Sorgt Euch nicht um mich. Ich lieg’ in Gottes Hand.
Seid also herzlich gegrüßt von Eurem Fritz. Habt Ihr Nachricht von Gisbert. Wo ist Karl-Heinz.
Fritz