Günter Kranz an Bruder Gisbert, 11. Januar 1943

Frankreich d. 11.1.43

Lieber Gisbert!

Bin nun schon glücklich eine Woche in dieser herrlichen Gegen. Nach 3 tägigen Bahnfahrt gelangten wir hier glücklich an. Wir mußten vom Bahnhof 18 km marschieren bis P. ......... In einem Hotel wurden wir untergebracht auf Stroh. 2 Tage darauf mußten wir wieder umziehen in ein anderes Hotel, welches viel besser ist als das Andere. Wir liegen hier in Betten und haben fließend Wasser. Auf meiner Stube liegen noch 5 Kameraden. -

Was wir hier für arbeiten verrichten und wo wir liegen darf ich Dir leider nicht mitteilen. -

Eins kann ich Dir aber sagen, daß

wir jeden Tag 28 km marschieren können. 14 km hin zu Baustelle und zurück. Ein ganz nettes end. Mitte Februar haben wir hier unsere Arbeit beendet und werden wir dann entlassen. -

Wenn Du mal Rauchwaren über hast kannst Du sie mir ja schicken.

Sei für heute recht herzlich gegrüßt
von Deinem Bruder Günter.

Entschuldige bitte Schrift und Fehler bin sehr müde, und habe dazu noch heute abend 4 Stunden Wache.